Rudolph Sack
Rudolph Sack war Ingenieur, Fabrikant und Stifter in Leipzig.
Leben
Christian Rudolph[1] Sack ()[2] wurde am 7. Dezember 1824 in Kleinschkorlopp[3] geboren. Er war das dritte Kind des Gutsbesitzers Christian Sack (1795–1829) und der Amalie Friederike geborene Schmidt (* 1802). Nach dem frühen Tod des Vaters heiratete die Mutter Johann Friedrich Bergter (* 1809).
Nach dem Besuch der Dorfschule in Hohenlohe[4] und Unterricht bei einem Hauslehrer ging er einige Jahre bei einem Feldmesser in Leipzig in die Lehre. Anschließend arbeitete er als Verwalter auf verschiedenen Höfen. Gleichzeitig begann er, die damals zur Verfügung stehenden hölzernen Ackergeräte zu verbessern.
Schon 1854 begann Rudolph mit dem Bau von selbst entworfenen Pflügen und Drillmaschinen in der Dorfschmiede von Löben,[5] die er in einem gedruckten Katalog anbot.

Im Jahr 1863 gründete er auf Empfehlung von Carl Heine in Plagwitz eine Landmaschinenfabrik (Fa. Rud. Sack). Das Unternehmen begann zunächst mit fünf Mitarbeitern in gemieteten Räumen. Schon 1867 zog er mit nun 30 Arbeitern auf sein eigenes Fabrikgelände an der Karl-Heine-Straße, wo er sich ein Wohnhaus errichten ließ. Seine Firma entwickelte sich rasch zu einem der größten Industrieunternehmen im Leipziger.
Als Rudolph Sack seine schon 1866 jenseits der jetzigen Gießerstraße angelegten Versuchsfelder mit weiteren Fabrikhallen bebauen musste, gründete er 1888 eine landwirtschaftliche Versuchsstation in Kleinzschocher.[6]
Nachdem sich Rudolph Sack 1891 aus der Geschäftsleitung zurückgezogen hatte, führte sein Sohn Paul Sack den Betrieb weiter.
Am 15. Oktober 1897 stiftete Rudolph Sack zum Andenken an seine verstorbene Frau je 20 000 Mark für die Kirchgemeinden Plagwitz und Kleinzschocher.[7] Die Zinsen dieser sogenannten Adolfine Sackschen Stiftung sollten ausschließlich sozialen Zwecken dienen.
Rudolph Sack starb am 24. Juni 1900 im Alter von 75 Jahren in Leipzig. Zwei Tage später erschienen im Leipziger Tageblatt vier Traueranzeigen für ihn. – Die Grabanlage für ihn und seine Familie (mit Gruft) befindet sich auf dem Friedhof Plagwitz (I. Abteilung, an der Ostmauer).
Familie
Rudolph Sack heiratete am 20. Juni 1858 in Trautzschen die Tochter eines Mühlen- und Gutsbesitzers Emma Adolfine Franke (* 15.10.1832, † 31.12.1896). Beide hatten elf Kinder:
- Helene (1859–1932, ⚭ 1883 Paul Wichmann)
- Paul Hugo (1860–1909, Maschinenfabrikant in Grafenberg bei Düsseldorf)
- Emma Rosa (* 1862, ⚭ 1883 Dr. Friedrich Hermann Georg Koch)
- Rudolph Paul (1863–1923)
- Anna Paulina (1864–1865)
- Gustav Rudolph Fritz (* 1866, Kaufmann in Leipzig)
- Alma Elisabeth (* 1868, ⚭ 1887 Oscar Petri)
- Bertha Martha (1868–1869)
- Emma (* 1870, ⚭ 1892 Arthur Johlige)
- Rudolph Karl (1872–1874)
- Walther (1877–1910)
Erinnerung
Im Jahr 1906 wurde eine Straße im Stadtteil Lindenau nach ihm in Rudolf-Sack-Straße umbenannt. Nach 1949 verschwand der Straßenname.
Auf dem Fabrikgelände erinnerte das Rudolph-Sack-Denkmal an ihn, das inzwischen ebenfalls verschwand.
Im Jahr 2001 wurde eine Straße im Stadtteil Plagwitz wieder nach ihm umbenannt (Rudolph-Sack-Straße).
Weblinks
Literatur
- Geffcken, Heinrich; Tykocinski, Chaim: Stiftungsbuch der Stadt Leipzig. Leipzig 1905. Seiten 673–674 (Kopie)
- Heß, Ulrich: Sack, Rudolph. – In: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), Seiten 343–344 (teilweise fehlerhaft!) – Online-Version
- Hohlfeld, Johannes: Leipziger Geschlechter. [Band 1:] Stammtafeln, Ahnentafeln und Nachfahrentafeln. Leipzig 1933, Seiten 148 u. a. – Digitalisat der Klassikstiftung Weimar
- Rud. Sack. Leipzig-Plagwitz. 1863–1913. Leipzig 1913. (Porträt im Frontispiz) – Digitalisat der UB Leipzig
Fußnoten
- ↑ Nach Dudens Vornamenreform 1902 wird sein Vorname häufig zu „Rudolf“ verstümmelt.
- ↑ korrekte Schreibweise in gebrochener Schrift
- ↑ Kleinschkorlopp schloss sich 1950 mit Großschkorlopp zur Gemeinde Schkorlopp zusammen, die 1994 in die Gemeinde Kitzen eingemeindet wurde und mit diesem 2012 zur Stadt Pegau kam.
- ↑ Hohenlohe wurde vor 1950 nach Kitzen eingemeindet und kam mit diesem 2012 zur Stadt Pegau.
- ↑ Löben wurde 1950 in die Gemeinde Scheidens eingemeindet, die 1994 ebenfalls nach Kitzen und mit diesem 2012 nach Pegau kam.
- ↑ Diese hatte aber nichts mit der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Plagwitz zu tun, wie die Neue Deutsche Biographie behauptet. Auch sind keine Verbindungen Sacks zur Universität bekannt – diese Vorgänge betreffen Carl Birnbaum.
- ↑ Sein Wohnort Plagwitz war bis zur Gründung einer eigenen Parochie 1885 nach Kleinzschocher eingepfarrt.